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Dr. Bernd Holthaus, Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe am Dammer Krankenhaus, zog jetzt ein Jahr nach der Gründung des neuen Endometriosezentrums eine positive Bilanz. Foto: Krankenhaus Damme. Dr. Bernd Holthaus, Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe am Dammer Krankenhaus, zog jetzt ein Jahr nach der Gründung des neuen Endometriosezentrums eine positive Bilanz. Foto: Krankenhaus Damme.

Einziges Endometriosezentrum der Region erfolgreich gestartet

Überregionaler Zulauf bei der Behandlung der chronischen Gebärmuttererkrankung Endometriose.

Damme. Das neue Endometriosezentrum am Dammer Krankenhaus ist erfolgreich gestartet. Dr. Bernd Holthaus, Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, zog jetzt ein Jahr nach der Gründung eine positive Bilanz. Die Resonanz übertreffe die Erwartungen, sagt er, Patientinnen würden von weither nach Damme kommen, um sich hier behandeln zu lassen.

Das zertifiziertes Endometriosezentrum zur Therapie der chronischen Gebärmuttererkrankung ist das erste und bisher einzige zwischen Oldenburg und dem Ruhrgebiet. In Niedersachsen gibt es insgesamt nur fünf Zentren.

„Die chronische Gebärmuttererkrankung ist oftmals dafür verantwortlich, dass Frauen ungewollt kinderlos bleiben oder auch starke Regelbeschwerden haben“, erläutert Dr. Holthaus: In dem zertifizierten Zentrum haben Frauen die Möglichkeit, nach zertifizierten Standards behandelt zu werden. Das Zentrum ist von der Stiftung Endometriose-Forschung, der Europäischen Endometriose-Liga, sowie der Endometriose-Vereinigung Deutschland zertifiziert worden. „Die Zertifizierung unterstreicht unseren hohen Qualitätsanspruch“, betont der Chefarzt. Die Therapie der Endometriose sei vielfältig und sehr anspruchsvoll. Sie bedürfe häufig einer interdisziplinären Behandlung. Und darin liegt auch eine Besonderheit des neuen Zentrums: Es kooperiert mit vielen Partnern. Dazu gehören unter anderem die Allgemein-Chirurgie, Urologie, Pathologie, Radiologie, Anästhesie und Schmerztherapie, Physiotherapie sowie niedergelassener Frauenärzte.

Die Endometriose ist eine gutartige, häufig chronische Erkrankung, bei der Gewebe der Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutterhöhle wächst und zu Beschwerden führt. Die Beschwerden der Patientinnen variieren sehr stark. Das Beschwerdebild hängt von den befallenen Organstrukturen und dem Ausmaß des Befalls ab. Typische Beschwerden sind: Unterleibsschmerzen, Blutungsstörungen, unerfüllter Kinderwunsch, Stuhlentleerungsstörrungen sowie Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. Bis zur Diagnosesicherung vergehen häufig mehrere Jahre, da das Beschwerdebild so unterschiedlich auftritt. Rund 40 000 Frauen erkranken jedes Jahr an Endometriose in Deutschland.

Bei einem Verdacht auf diese Erkrankung kann die Diagnose durch eine Tast- und Ultraschalluntersuchung sowie gegebenenfalls weitere Untersuchungen (Blasen-, Darm- und/oder Bauchspiegelung) erfolgen. Endometrioseherde müssen operativ entfernt oder gegebenenfalls zusätzlich medikamentös behandelt werden. Die operative Therapie ist sehr anspruchsvoll, da die Endometriose auch in Nachbarorgane einwachsen kann, wie zum Beispiel Blase, Darm, Nerven.


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